Autismus Masking - Eine Überlebens-strategie mit hohem Preis

Durch Autismus Masking ging ich weitestgehend als „normal“ durch. Diese Fähigkeit hat mir geholfen zu überleben ABER Der Preis war sehr hoch, zu hoch. Erfahre hier

  • Was Masking ist
  • Warum ich es tue
  • Welche Folgen es für mich hatte

Das erwartet dich

Anpassung um zu Überleben

Paulina Hornbachner sitzt am Schreibtisch und lächelt in die Kamera

Autismus Masking – ein Begriff, der für mich lange Zeit Teil meines Lebens war, bevor ich überhaupt wusste, dass es dafür einen Namen gibt.

Über viele Jahre habe ich mich angepasst, um den Erwartungen der Gesellschaft zu entsprechen, dabei meine wahren Reaktionen unterdrückt und so versucht, „normal“ zu wirken.

Doch der Preis für diese Anpassung war hoch, und die Folgen waren schwerwiegend. In diesem Beitrag möchte ich mit euch meine persönliche Geschichte teilen und erklären, was Autismus Masking für mich bedeutet und wie es mich beeinflusst hat.

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Was ist Autismus Masking für mich?

Für mich war Masking von Anfang an eine Überlebensstrategie. Ich habe früh gemerkt, dass ich mit meinen natürlichen Verhaltensweisen nicht in diese Welt passte. Es war, als wäre ich ständig „zu viel“ oder „zu wenig“, aber nie genau richtig.

Um nicht negativ aufzufallen oder ausgegrenzt zu werden, begann ich, mich anzupassen. Ich habe gelernt, Verhaltensweisen zu zeigen, die für nicht-autistische Menschen ganz normal sind.

Doch was für andere selbstverständlich ist, war für mich harte Arbeit. Ich beobachtete meine Mitmenschen genau, versuchte, ihre Gesten, Mimik und Reaktionen zu imitieren.

Auf diese Weise konnte ich oft verhindern, gemobbt oder sogar körperlich angegriffen zu werden. Besonders in der Schule und während meines Studiums war das Masking mein Schutzschild.

Aber der Druck, ständig jemand anderes sein zu müssen, hat mich innerlich zermürbt.

Masking verschafft mir 1 Jahr

Paulina Hornbachner sitzt vor einem Fenster und sieht in die Kamera

Masking hat mir auch Zeit verschafft. Ich konnte ca. 1 Jahr lang meine autistischen Besonderheiten verbergen, aber irgendwann fiel den Leuten auf, dass ich „anders“ war.

Dann begann der Teufelskreis von Ablehnung, Mobbing und sozialem Ausschluss von vorne.

Das hat dazu geführt, dass ich im Schnitt alle 2 – 3 Jahre meinen Arbeitsplatz gewechselt habe. Es war einfach zu anstrengend, diesen ständigen Druck auszuhalten.

Auch wenn Masking mich beruflich weitergebracht hat, waren die psychischen Folgen immens.

Jeden Tag acht Stunden lang eine Rolle zu spielen, mich in Echtzeit an die Erwartungen meiner Kollegen und Vorgesetzten anzupassen, das hat mich enorm belastet. 

Der Preis von Masking - Identitätskrise und Burnout

Ende 20 wusste ich nicht mehr, wer ich eigentlich bin. Ich hatte so lange versucht, mich anzupassen, dass ich vergessen hatte, was mich ausmacht.

Was mir Freude bereitet oder was mich interessiert – all das war in den Hintergrund gerückt, weil ich so sehr damit beschäftigt war, den Erwartungen anderer zu entsprechen.

Damals, am Tiefpunkt dieser Krise, habe ich begonnen, mich selbst neu zu definieren. Ich habe akzeptiert, dass ich mich für Technik interessiere, dass ich intelligent bin und dass ich soziale Events nicht nur nicht mag, sondern dass sie mir schaden.

Diese Erkenntnisse haben mir geholfen, wieder zu mir selbst zu finden und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Mit Mitte 30 erlitt ich einen schweren Burnout. Diesmal stürzte ich komplett ab. Ich brauchte ein ganzes Jahr, um mich davon zu erholen. Es war ein schmerzhafter Prozess, der mir aber auch die Augen öffnete.

Ich wusste, dass es so nicht weitergehen konnte.

Der Weg aus der Krise - mein Leben an MEINE Bedürfnisse anpassen

Parallel zu meinem Burnout erhielt ich meine offizielle Autismus-Diagnose. Endlich hatte ich eine Erklärung für all das, was ich über die Jahre hinweg erlebt hatte.

Das war ein Wendepunkt für mich.

Seitdem arbeite ich intensiv daran, meine autistischen Bedürfnisse und Verhaltensweisen wiederzuentdecken und anzunehmen.

Ich habe beschlossen, mich nicht länger den gesellschaftlichen Erwartungen zu unterwerfen und meinen eigenen Weg zu gehen.

Heute habe ich gelernt, meine Arbeitsweise an meine Bedürfnisse anzupassen. Ich bin nicht mehr bereit, mich selbst zu vergessen, nur um in ein neurotypisches Raster zu passen.

Stattdessen setze ich auf Strategien, die mir wirklich helfen und die auf mich zugeschnitten sind.

Das war keine leichte Entscheidung, aber sie war notwendig, um wieder ein gesundes und zufriedenes Leben zu führen.

Was ich heute über Masking denke

Masking hat mich in vielen Bereichen meines Lebens weit gebracht. Es hat mir ermöglicht, mich in einer Gesellschaft zurechtzufinden, die auf neurotypische Menschen ausgerichtet ist.

Aber der Preis, den ich dafür zahlen musste, war hoch. Burnout, Identitätskrisen und das ständige Gefühl, nicht ich selbst sein zu dürfen, waren die Konsequenzen.

Heute weiß ich, dass es nicht wert ist, mich selbst aufzugeben, nur um den Erwartungen anderer zu entsprechen.

Wenn du mehr zu diesem Thema erfahren möchtest, kann ich dir dieses Buch empfehlen: Unmasking von Devon Price (Werbelink)

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Paulina Hornbachner sitzt auf einer Couch und hält ein Buch.

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